Schwarz ist nicht gleich Schwarz

Feine Schrift, satte Flächen und passende Übergänge zwischen Foto und Hintergrund.

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Schwarze Schrift und feine Linien brauchen in der Regel nur die Druckfarbe Schwarz. Für große schwarze Flächen kann eine abgestimmte Farbunterlegung sinnvoll sein.

Auf einem Flyer liegt ein Foto auf einer schwarzen Fläche. Am Bildschirm sieht der Übergang passend aus, auf dem gedruckten Blatt zeichnet sich plötzlich ein Rechteck ab. Oder eine feine schwarze Schrift hat kleine farbige Ränder. Beide Probleme können mit dem Aufbau der Farbe Schwarz zusammenhängen.

Warum Schwarz unterschiedlich wirkt

Beim Vierfarbdruck werden Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz verwendet – kurz CMYK. Das K steht für die schwarze Druckfarbe. Ein Schwarz aus ausschließlich 100 Prozent K unterscheidet sich von einem Schwarz, dem weitere Druckfarben unterlegt sind.

Auch das Papier beeinflusst die Wirkung: Oberfläche und Saugfähigkeit bestimmen mit, wie geschlossen und satt eine schwarze Fläche erscheint. Auf ungestrichenem Offsetpapier kann Schwarz deshalb anders wirken als auf glattem, gestrichenem Bilderdruckpapier. Zusätzlich beeinflussen benachbarte helle und dunkle Bereiche unsere Wahrnehmung. Der Eindruck allein verrät jedoch nicht, wie das Schwarz tatsächlich aufgebaut ist.

Kleine Schrift und feine Linien: nur Schwarz

Für kleine schwarze Schrift und feine schwarze Linien empfehlen wir in der Regel C 0 / M 0 / Y 0 / K 100. So muss nur eine Druckfarbe die feine Kontur abbilden.

Werden mehrere Farben für dieselbe Kontur verwendet, müssen sie sehr genau übereinanderliegen. Schon geringe Passerabweichungen können als farbige Säume sichtbar werden. Gerade bei dünnen Linien oder filigranen Schmuckschriften fällt das auf.

Ein häufiger Stolperstein ist RGB-Schwarz: Je nach Farbprofil und Umwandlung kann daraus ein mehrfarbig aufgebautes CMYK-Schwarz werden. Das kann auch bei Dateien aus Word vorkommen. Entscheidend ist deshalb die Kontrolle der fertigen Druck-PDF.

Große Flächen: Was bedeutet „Schönung“?

Bei größeren Flächen kann reines Prozessschwarz weniger satt erscheinen als gewünscht. Zusätzliche Anteile von Cyan, Magenta und Gelb können die Wirkung vertiefen. Diese Unterlegung nennen wir in der Praxis „Schönung“; häufig spricht man auch von Tiefschwarz.

Unsere zurückhaltende Praxisempfehlung für solche Flächen: zusätzlich zu 100 Prozent K höchstens jeweils 20 Prozent Cyan, Magenta und Gelb. Werden alle drei Zusatzfarben mit 20 Prozent eingesetzt, ergibt das insgesamt 160 Prozent Farbauftrag.

Diese Empfehlung ist keine allgemeingültige technische Höchstgrenze und auch kein verbindliches Rezept für jede Produktion. Die geeignete Mischung richtet sich nach Papier, Druckverfahren und den Vorgaben des ausführenden Druckbetriebs. Mehr Farbe bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Ein zu hoher Gesamtfarbauftrag kann Trocknung und Weiterverarbeitung erschweren und zum Abschmieren führen.

Foto und Hintergrund: Übergänge aufeinander abstimmen

In angelieferten Daten finden wir häufig unterschiedliche Schwarzaufbauten nebeneinander: Ein Bild enthält ein mehrfarbiges Schwarz, der angrenzende Hintergrund dagegen nur 100 Prozent K. Im Druck kann dann eine sichtbare Kante entstehen, obwohl die Bereiche am Bildschirm ähnlich aussehen.

Wir prüfen deshalb die Farbzusammensetzung an der Übergangsstelle. Lässt sich ein eingebundenes Bild nicht sinnvoll bearbeiten, stimmen wir – soweit gestalterisch und produktionstechnisch möglich – den angrenzenden Hintergrund auf dessen Schwarzaufbau ab. Dabei behalten wir den zulässigen Gesamtfarbauftrag im Blick.

Bei Bildverläufen oder ungleichmäßigen Bildrändern reicht ein einzelner übernommener Farbwert möglicherweise nicht aus. Der Übergang muss als Ganzes geprüft werden. Feine Schrift bleibt davon getrennt: Sie erhält nicht pauschal den Farbaufbau der großen Fläche.

Was wir vor dem Druck kontrollieren

Wir prüfen die Druckdaten als PDF. Wenn wir eine andere Datei erhalten, erzeugen wir zunächst eine PDF für die weitere Kontrolle. In der Ausgabe- und Separationsvorschau sehen wir, welche Druckfarben an einer Stelle beteiligt sind.

Dabei achten wir besonders auf den Schwarzaufbau kleiner Texte und feiner Linien, auf aneinanderstoßende schwarze Bild- und Hintergrundflächen sowie auf den Gesamtfarbauftrag. Die Registerfarbe gehört nicht in normale schwarze Gestaltungselemente: Sie wird auf allen Separationen ausgegeben und ist kein Ersatz für Tiefschwarz.

Häufige Fragen

Muss ich jede schwarze Fläche mit zusätzlichen Farben anlegen?

Nein. Ob eine Unterlegung sinnvoll ist, hängt von Größe, gewünschter Wirkung und Produktion ab. Fragen Sie im Zweifel vor dem Anlegen der Daten nach.

Warum reicht es nicht, am Bildschirm „Schwarz“ auszuwählen?

Weil ein ähnlich aussehendes Schwarz aus unterschiedlichen Farbanteilen bestehen kann. Erst die Prüfung der Farbwerte und der ausgegebenen PDF zeigt den tatsächlichen Aufbau.

Was sollte ich mir als Kunde merken?

Feine Schrift und Linien nur in Schwarz anlegen; große schwarze Flächen und angrenzende Bilder farblich abstimmen lassen.

Wenn Sie unsicher sind, prüfen wir Ihre Daten und besprechen mit Ihnen, welche Anpassung für Ihren Druckauftrag sinnvoll ist.

Weiterführende Fachinformation: Adobe: Ausgabevorschau und Farbauftrag in Acrobat Pro prüfen.

Fragen zu Ihren Druckdaten?

Senden Sie uns die Datei oder sprechen Sie Ihr Projekt kurz mit uns ab. Wir prüfen die technischen Grundlagen und sagen Ihnen ehrlich, welche Lösung sinnvoll ist.